Inklusion im Reitsport

Inklusion im Reitverein

 

 

 

Nicht erst seitdem „Inklusion“ zum Schlagwort geworden ist, hilft das Pferd Menschen mit

unterschiedlichen Schwierigkeiten zu srken.

 

Gerade im Bereich des Pferdesports eröffnen sich große Möglichkeiten für eine gemeinsame Freizeitgestaltung. Das Pferd fördert und kompensiert beeinträchtigte Fähigkeiten. Wie kein anderes Medium ist es in der Lage, für ein positives rper- und Selbstwertgefühl zu sorgen. Es signalisiert Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen die eigenen Grenzen und kann zum Spiegel seines Selbst werden.

 

Wer reiten oder einfach nur Kontakt zum Lebewesen Pferd aufnehmen möchte, sollte dies auch tun können – und wer dafür besondere Unterstützung betigt, sollte diese gewährleistet bekommen. Eine – geistige und/oder körperliche – Einschnkung darf kein Grund sein, warum aus einem pferdebegeisterten Menschen kein Reiter oder Fahrer werden kann. Damit dieser Grundsatz in allen Bereichen und auf allen

Ebenen des Pferdesports Realität werden kann, bedarf es aber noch besonderer Anstrengungen, denn nur aufgrund von einer Beeinträchtigung darf ein Mensch nicht aus dem Reitsport ausgeschlossen werden.

 

Inklusive Reitgruppen sind ohne einen – überschaubaren – Mehraufwand nicht zu realisieren. Es braucht ein Mehr an Helfern, die beim Putzen und Satteln unterstützen oder dem Reitlehrer während des Unterrichts zur Seite stehen, um Pferd und Reiter Sicherheit zu vermitteln. Die erste Kontaktaufnahme zwischen Mensch und Pferd findet immer vom Boden aus statt. Es wird sich gegenseitig vertraut gemacht, so dass das Pferd den Menschen kennenlernt und andersherum der Mensch auch das Pferd. Dabei ist zu beachten, diese erste Begegnung möglichst stressfrei und angstfrei zu gestalten, und auf jeden Menschen individuell einzugehen. Meist bleibt es zuerst dann auch beim Kennenlernen und das Reiten an sich als Ziel rückt in den Hintergrund. Und erst in einem nächsten Schritt wird dann an das Sitzen auf dem Pferd gedacht. Anfangs werden beispielsweise Kinder über eine Führleine gesichert oder beim Traben einzeln an die Longe genommen, dafür braucht es – möglichst ebenfalls gut ausgebildete – Helfer (Assistent im Therapeutischen Reiten). Auch finanziell ist ein Mehraufwand unvermeidbar, es muss mehr Personal bezahlt, es müssen vielleicht besondere Ausrüstungsgegenstände angeschafft werden.

 

Schon seit vielen Jahren ist der Reitverein Glückstadt in diesem Sinne tätig und bietet therapeutisches Reiten in vielen Bereichen an. Dazu gehören therapeutisches Reiten/Heilpädagogisches Reiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Geistig- u./o. Lernbehinderungen, Verhaltensauflligkeiten, Psychische Erkrankungen und auch Suchtproblematiken.

 

Immer wieder besuchen uns Eltern, deren Kinder eine geistige oder körperliche Einschnkung haben und ihrem Kind durch den Kontakt zum Pferd etwas Schönes ermöglichen möchten. Auch Rollstuhlfahrer, die Körperspannung und Gleichgewicht trainieren sollen, sind immer wieder unter den Reitern zu finden.

Das therapeutische Reiten ist für die Verbesserung der kognitiven und körperlichen Fähigkeiten vieler Kinder, aber auch Erwachsener mit körperlichen und geistigen Behinderungen erforderlich und sollte regelßig und langfristig stattfinden. Meist ist der Erfolg oder eine Veränderung nicht nach dem ersten Kontakt zum Pferd zu erkennen, sondern erst nach einigen Kontaktaufnahmen und Wiederholungen, wenn der Mensch mit Beeinträchtigung sich auf das Pferd eingelassen hat und auch dessen Kontakt zulässt. Diese Dauer ist von Mensch zu Mensch anders und abhängig von der Offenheit und der Stärke der Beeintchtigung abhängig.

Deshalb steht auch Inklusion bei uns im Vordergrund. Durch das Heilpädagogische Reiten vernetzen sich auf unserer Reitanlage behinderte und nicht behinderte Reiter und so entstehen ganz wunderbare Projekte. Vor allem unter den Kindern findet eine Verschmelzung von Behinderung und Nichtbehinderung statt, da für die Kinder der Kontakt zum Pferd im Vordergrund steht und nicht die Behinderung der Mitreiter. Die Behinderungen werden zwar untereinander wahrgenommen, aber dennoch ausgeblendet, da sie dann nicht mehr von Bedeutung sind.